GS-Lipperode: Erziehen und Unterrichten

GS-Lipperode: Erziehungskonzept

Seit es Schulen gibt, gibt es auch Regeln und Vereinbarungen, die einen möglichst störungsfreien Unterricht ermöglichen sollen. Das jeweilige Verständnis von Erziehung ist abhängig von der Zeit und der Kultur. Aus dem Jahr 1903 sind die folgenden Anweisungen eines Schulrates überliefert:
"Damit jegliche Störung des Unterrichts unmöglich gemacht werde, hat der Lehrer darauf zu halten,
dass alle Schüler gerade und in Reihen hintereinander sitzen,
dass jedes Kind seine Hände geschlossen auf die Schultafel legt,
dass die Füße parallel nebeneinander auf den Boden gestellt werden,
alle breiten Auseinandersetzungen und Reden müssen wegfallen,
hier muss ein Wink des Auges oder der einzige Ausruf:  "Klasse - Achtung!" genügen, um die gesamte Schulordnung herzustellen."

(Quelle: Kehr, C.: Wegweiser zur Führung einer geregelten Schuldisziplin, in Praxis der Volksschule, Gotha, 1903, S. 65ff)

Der Lippstädter Schulreformer Wilhelm Wetekamp war seiner Zeit voraus. Seine Überzeugung können wir auch heute noch teilen:
"Erziehen heißt gewöhnen, gewöhnen aber setzt Geduld und Arbeit voraus!" (W. Wetekamp, 1900)
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Welche Regeln u. Vereinbarungen gibt es bei uns?

STOPP + AMPEL-Regel. Ohne verbindliche Regeln und Vereinbarungen ist das tägliche Zusammenleben und Arbeiten nicht möglich. Das funktioniert nur, wenn die Regeln und Absprachen allen Beteiligten bekannt und verständlich sind (STOPP-Regel). Wir reagieren auf Missachtung der Regeln und Überschreiten von Grenzen gewaltfrei aber klar und deutlich (AMPEL-Regel).

GS-Lipperode: Stopp+Ampelregel

 

ICH - DU - Wir: Soziales Lernen an unserer Schule

SoLe-Projekt
Unser Ziel ist die Gestaltung der Schule als Ort des Lernens und Lebens, an dem sich Kinder und Erwachsene wohlfühlen, sich gegenseitig wertschätzen und gemeinsam miteinander und voneinander lernen.
 
Deshalb steht neben der Vermittlung von Wissen auch die Vermittlung von Werten, Normen, Einstellungen und Haltungen, die den Schülerinnen und Schülern Orientierung und Hilfe für eigenverantwortliches und selbstständiges Handeln ermöglichen soll. Ein wichtiger Baustein auf diesem Weg ist das soziale Lernen. Hierzu wird seit einiger Zeit von der Schulsozialarbeiterin im Rahmen des Schulmorgens das SoLe-Projekt durchgeführt.

GS-Lipperode: Ich Du Wir

SoLe ist ein Präventionsprogramm für die Grundschule und dient der Förderung sozialer Kompetenzen. Im Zentrum steht die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder. Ziel dabei ist,  die Selbst- und Fremdwahrnehmung des einzelnen Kindes zu fördern, und das Klima in einer Klasse insgesamt positiv zu beeinflussen. Der pädagogische Blick wird hierbei auf die Fähigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten der Kinder gelenkt, ist aber nicht problem- sondern ressourcenorientiert.
ICH, DU, WIR vermittelt aufeinander aufbauend Kompetenzen:

  • im Umgang mit sich selbst, dem ICH - Stärkung des Selbstwertgefühls.
  • im Umgang mit dem Anderen, dem DU – Förderung der Kommunikation.
  • im Verhalten in der Gruppe, dem WIR – Unterstützung der Kooperation.

HALT – OHNE GEWALT! zeigt Wege aus der Aggression auf:

  • Halt – unterbricht den Prozess der Aggression gegen sich selbst oder andere.
  • Ohne Gewalt – bahnt eine Entwicklung von gewaltfreier Konfliktbewältigung an.

Als Form der Vermittlung werden Interaktionsspiele gewählt, bei denen das Erleben der angestrebten Fähigkeiten im Vordergrund steht. Sie aktivieren durch ihre klare Struktur das innere Erleben der Kinder und ermöglichen ihnen, sich selbst in Interaktionsprozessen kennenzulernen und den anderen darin zu erfahren. In den einzelnen Übungen werden Teilbereiche von komplexen Verhaltensweisen fokussiert, die Kontakt, Kommunikation, Kooperation, Angstabbau und Vertrauen fördern sollen. Im Mittelpunkt dieses Präventionsprojektes stehen die Selbsterfahrung und der für jedes Kind eigene Lernprozess.

GS-Lipperode


 

Was sagt das NRW-Schulgesetz dazu ?

Schulgesetz
für das Land Nordrhein-Westfalen

(Schulgesetz NRW - SchulG) vom 15. Februar 2005

§ 2 Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule

(1) Die Schule unterrichtet und erzieht junge Menschen auf der Grundlage des Grundgesetzes und der Landesverfassung. Sie verwirklicht die in Artikel 7 der Landesverfassung bestimmten allgemeinen Bildungs- und Erziehungsziele.

(2) Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor der Würde des Menschen und Bereitschaft zum sozialen Handeln zu wecken, ist vornehmstes Ziel der Erziehung. Die Jugend soll erzogen werden im Geist der Menschlichkeit, der Demokratie und der Freiheit, zur Duldsamkeit und zur Achtung vor der Überzeugung des anderen, zur Verantwortung für Tiere und die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen, in Liebe zu Volk und Heimat, zur Völkergemeinschaft und zur Friedensgesinnung.

(3) Die Schule achtet das Erziehungsrecht der Eltern. Schule und Eltern wirken bei der Verwirklichung der Bildungs- und Erziehungsziele partnerschaftlich zusammen.


§ 42 Allgemeine Rechte und Pflichten aus dem Schulverhältnis

(1) Die Aufnahme der Schülerin oder des Schülers in eine öffentliche Schule begründet ein öffentlich-rechtliches Schulverhältnis. Aus ihm ergeben sich für alle Beteiligten Rechte und Pflichten. Dies erfordert ihre vertrauensvolle Zusammenarbeit.

(2) Schülerinnen und Schüler haben das Recht, im Rahmen dieses Gesetzes an der Gestaltung der Bildungs- und Erziehungsarbeit der Schule mitzuwirken und ihre Interessen wahrzunehmen. Sie sind ihrem Alter entsprechend über die Unterrichtsplanung zu informieren und an der Gestaltung des Unterrichts und sonstiger schulischer Veranstaltungen zu beteiligen.

(3) Schülerinnen und Schüler haben die Pflicht daran mitzuarbeiten, dass die Aufgabe der Schule erfüllt und das Bildungsziel erreicht werden kann. Sie sind insbesondere verpflichtet, sich auf den Unterricht vorzubereiten, sich aktiv daran zu beteiligen, die erforderlichen Arbeiten anzufertigen und die Hausaufgaben zu erledigen. Sie haben die Schulordnung einzuhalten und die Anordnungen der Lehrerinnen und Lehrer, der Schulleitung und anderer dazu befugter Personen zu befolgen.

(4) Eltern wirken im Rahmen dieses Gesetzes an der Gestaltung der Bildungs- und Erziehungsarbeit der Schule mit. Sie sorgen dafür, dass ihr Kind seine schulischen Pflichten erfüllt. Eltern sollen sich aktiv am Schulleben, in den Mitwirkungsgremien und an der schulischen Erziehung ihres Kindes beteiligen.


 


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